Interview mit Konzeptkünstler Andreas Arndt
Andreas Arndt ist Musiker, Produzent und Konzeptkünstler aus Bremen und ganz neu bei KIBEATS und hier auf ONPLUG dabei. Er ist der kreative Kopf hinter den Projekten RAW T und KANTROX und verbindet jahrzehntelange Musikerfahrung mit moderner AI-gestützter Produktion.
Wer bist du und wie bist du auf die Idee gekommen, AI in deine Musikproduktion einzubinden?
Ich bin Andreas Arndt, Musiker seit meiner Kindheit. Mit sechs habe ich mir selbst Blockflöte beigebracht, später Klavier gelernt. Melodien konnte ich schon früh nachspielen, Musik war immer Teil meines Denkens.
1996 begann ich am Computer zu produzieren. Ich arbeitete mit einem Roland XP-50, Expansion-Boards, Cubase, einem Yamaha A3000 Sampler und einer MC-505 Groovebox. Über Jahre entstand ein eigenes Studio-Setup, das ich bis 2012 intensiv nutzte. Dann kam eine Phase, in der sich mein Leben veränderte und Musik in den Hintergrund rückte.
Vor zwei Jahren habe ich neu begonnen, mit einem Studiologic SL88. Kurz darauf investierte ich in Logic Pro und in die iZotope Mastering Suite. Ich wollte nicht nur Musik machen, sondern sie auf professionellem Niveau fertigstellen.
Die Entdeckung von AI war für mich kein Ersatz, sondern eine Erweiterung. Projekte, die ich lange im Kopf hatte, konnten plötzlich mit neuer Geschwindigkeit und klanglicher Tiefe umgesetzt werden.
Wie beeinflusst die AI deine musikalische Identität und deinen persönlichen Stil?
Meine Identität entsteht nicht durch Software, sondern durch Erfahrung. RAW T und KANTROX sind bewusste künstlerische Konzepte.
AI erweitert mein Klangspektrum, sie ersetzt nicht meine Entscheidung. Ich definiere Struktur, Dramaturgie, Emotion und Soundästhetik. In Logic Pro forme ich weiter, editiere, mische und arbeite mit iZotope am finalen Sound. Am Ende bleibt die künstlerische Handschrift menschlich. AI ist ein Instrument im Produktionsprozess.
Wie reagieren deine Fans auf die Kombination aus menschlicher und künstlicher Kreativität?
Viele reagieren neugierig und offen. Sie spüren, dass echte Inhalte dahinterstehen. Die Diskussion über AI gehört zur Zeit. Entscheidend ist, ob Musik berührt. Wenn Emotion transportiert wird, tritt die Technik in den Hintergrund.
Welche Vorteile und Herausforderungen siehst du in der Zusammenarbeit mit AI im Vergleich zu traditionellen Musikmethoden?
Der größte Vorteil ist die kreative Beschleunigung. Ideen lassen sich schneller testen und weiterentwickeln. Die Herausforderung liegt in der Selektion. Nicht alles, was generiert wird, hat Tiefe. Man braucht musikalisches Verständnis, um Qualität von Beliebigkeit zu unterscheiden. AI ersetzt kein Handwerk. Sie erweitert es.
Kannst du ein Beispiel nennen, bei dem die AI eine überraschende oder unerwartete musikalische Idee eingebracht hat?
Es gab harmonische Wendungen oder rhythmische Akzente, die ich selbst nicht so geplant hätte. Diese Momente haben Songs in eine neue Richtung geführt. Genau dort entsteht kreativer Dialog.
Wie denkst du, wird AI die Musikindustrie in den nächsten zehn Jahren verändern?
AI wird Produktionsstandards neu definieren. Professionelle Klangqualität wird breiter zugänglich sein. Gleichzeitig wird Persönlichkeit wichtiger. Wenn technische Perfektion überall verfügbar ist, wird Haltung zum entscheidenden Faktor.
Siehst du ethische Fragen oder Bedenken im Einsatz von AI in der Musik?
Ja. Themen wie Urheberrecht, Trainingsdaten und Transparenz müssen klar geregelt werden. Technologie ist ein Werkzeug. Verantwortung trägt der Mensch.
Welche Tipps würdest du anderen Künstlern geben, die AI in ihre kreative Arbeit integrieren möchten?
Lernt zuerst Musik. Versteht Harmonie, Struktur und Dynamik. Nutzt AI bewusst, nicht als Abkürzung. Entwickelt eine klare Vision. Technik ohne künstlerische Haltung bleibt austauschbar.
Abschließende Gedanken
RAW T und KANTROX sind keine Spielerei mit Technologie, sondern künstlerische Projekte mit klarer Identität. RAW T steht für emotionale Ehrlichkeit und gesellschaftliche Reflexion. KANTROX ist direkter, konzeptioneller und kantiger.
Ich nutze AI nicht, um Kunst zu ersetzen, sondern um Visionen umzusetzen, die lange in mir waren. Heute verbinde ich Erfahrung, Handwerk und moderne Technologie. Für mich ist das keine Abkürzung. Es ist eine Evolution. Am Ende zählt nicht, womit ein Song produziert wurde. Es zählt, ob er etwas auslöst.
Vielen Dank für das nette Interview und noch viel Spaß bei KIBEATS und ONPLUG !




