Von Hardrock bis Humor: de Wafdy
Wer bist du und wie bist du auf die Idee gekommen, AI in deine Musikproduktion einzubinden?
Ich bin der Stefan aus Österreich und in der KI “Szene” nenne ich mich “de Wafdy”.
Diesen Namen habe ich in meiner Jugend als Spitznamen als Veralberung meines Familiennamens bekommen, und tatsächlich kennen mich alle meine alten Freunde unter diesem Namen. Das war praktisch, da ich mir gar nicht lange einen “Künstlernamen” überlegen musste.
Ich habe schon früher versucht, Lieder und Videos zu machen, aber da ich nicht wirklich singen kann, war die Qualität natürlich dementsprechend schlecht. Das hat mich trotzdem nicht davon abgehalten, diese zu “veröffentlichen”, aber, ganz ehrlich, mein Gesang grenzt schon an Körperverletzung.
Wie beeinflusst die AI deine musikalische Identität und deinen persönlichen Stil?
Als ich auf der Suche nach einem Playback für eine Song Idee war, bin ich zufällig auf ein Video gestoßen, in dem es um KI Musik ging. Das war im April 2025. Ich habe das natürlich gleich ausprobiert und wusste sofort: Ich habe mein Spielzeug gefunden, auf das ich mein ganzes Leben lang gewartet hatte. KI gibt mir die Möglichkeit, jede Musik zu machen, die mir gefällt, ob deutschen Rock, Harten Metal, einen Rap oder einfach mal was Lustiges.
Dass es mein größtes Hobby bis dahin war, Videos zusammenzubasteln, erhöht natürlich den Spaßfaktor bei dem Ganzen nochmal um einiges. Ein großer Vorteil bei KI Musik ist für mich, dass man einfach alles ausprobieren, verschiedene Genres mischen und eigene Emotionen oder Erlebnisse musikalisch verarbeiten kann, auch wenn man kein “echter” Musiker ist. Ein gewisses Gefühl für Texte und Musik sollte man natürlich mitbringen.
Wie reagieren deine Fans auf die Kombination aus menschlicher und künstlicher Kreativität?
Meine Freunde sind eigentlich durchweg begeistert und ich kann tatsächlich behaupten, ein paar echte Fans zu haben. Ich werde tatsächlich hin und wieder mal gefragt, wann mal wieder ein neues Video oder ein Song rauskommt. Das erfüllt mich natürlich mit Stolz, auch wenn es noch sehr überschaubar ist.
Kannst du ein Beispiel nennen, bei dem die AI eine überraschende oder unerwartete musikalische Idee eingebracht hat?
Mir ist es jetzt schon ein paar Mal passiert, dass ich einen Rap machen wollte und einen Text dafür geschrieben habe (ich schreibe übrigens alle meine Texte komplett ohne KI, außer der englischen), und nach ein paar Versuchen habe ich eine andere Richtung mit dem gleichen Text eingeschlagen, und am Ende wurde ein Rocksong daraus. So was kann man wohl nur mit KI machen.
Wie denkst du, wird AI die Musikindustrie in den nächsten zehn Jahren verändern?
Ich glaube, auch wenn jetzt noch viel geschimpft wird, dass die KI Musik sich etablieren wird, denn es gibt wirklich einige sehr gute “KI Musiker”.
Die, die das Ganze nicht wirklich ernst nehmen und zum Beispiel Lieder mit Sprachfehlern hochladen oder mit Texten, die keinen Sinn ergeben, werden über kurz oder lang wieder verschwinden.
Diejenigen, die mit dem nötigen Ernst bei der Sache sind und auch mal sehr lange an einem Song arbeiten bis er wirklich gut ist, werden bleiben und in der Musikwelt ein Wörtchen mitreden.
Siehst du ethische Fragen oder Bedenken im Einsatz von AI in der Musik?
Ethische Bedenken hatte ich anfangs, aber ich sehe das Ganze auch als Chance für Leute an, die Musik lieben und nun die Möglichkeiten haben, selbst welche zu machen.
In der Videoproduktion ist es ähnlich. Ich, zum Beispiel, bin noch lange kein Profi, aber ich habe viel Zeit und Geld investiert, um Videos zu machen, die heute eine gute KI in 3 Minuten besser hinkriegt, damit muss ich genau so leben wie die Musiker mit den Songs.
Aber eine echte Band kann auf Tournee gehen, Konzerte spielen und die Fans live begeistern, deshalb wird hausgemachte Musik auch nie aussterben.
Welche Tipps würdest du anderen Künstlern geben, die AI in ihre kreative Arbeit integrieren möchten?
Tipp von mir: Wenn du Musik liebst und gerne Songs machen willst, dann probiere es aus,du hast nichts zu verlieren. Das Gefühl, das man hat, wenn ein Song endlich so klingt, wie man ihn haben will, ist unbeschreiblich.
Ich habe mir jedoch angewöhnt, wenn mir ein Song nach Fertigstellung gefällt, ihn nicht gleich irgendwo hochzuladen, sondern ihn zwei Tage später noch mal intensiv zu hören.
Dann ist der Hype vom ersten Hören weg. Wenn er dann immer noch gut ist, haue ich ihn raus in die Welt.
Wenn sich jemand für meine Musik oder meine Videos interessiert, findet er mich als “de Wafdy” bei YouTube, Spotify, Amazon Music und Co.
Am 05.02.2026 erschien mein Metal Album "Bad English"




