OnPlug Artist Interview: Mario von „The Stage is Mine“
Sein Name ist Programm, denn er fühlt sich genremäßig auf vielen Bühnen zuhause. Das sagt er über sich selbst:
Wer bist du und wie bist du auf die Idee gekommen, AI in deine Musikproduktion einzubinden?
Ich bin Mario. Ich bin der menschliche, kreative Kopf hinter dem Projekt: "The Stage Is Mine"
Auf die Idee kam ich nach einem persönlichen Verlust durch eine Trennung. Ein einfacher Brief, den ich anschließend schrieb konnte anhand der Wörter nicht das ausdrücken, was ich damit sagen wollte .So kam ich zur musikalischen Unterstützung, um den Worten den richtigen Ausdruck zu geben.
Wie beeinflusst die AI deine musikalische Identität und deinen persönlichen Stil?
Ich bewege mich nicht in einem Genre, ich habe Spaß daran, Grenzen kreativ zu überschreiten und Ich erfahre viel positives Feedback.
Wie reagieren deine Fans auf die Kombination aus menschlicher und künstlicher Kreativität?
Meine Kreationen der Songs werden als professionell angesehen. Dennoch sehe ich mich nicht als der größte Creator. Und frage daher ebenfalls die Community um Rat und bringe mich bei Feedback konstruktiv ein. Da ich selbst einen hohen Anspruch an mich selbst habe und einen großen Respekt vor der Musik und ihrer Wirkung habe, ist mein Feedback ehrlich und sachlich. Nicht jedem gefällt das objektive Feedback. Es wird als petsönlicher Angriff aufgefasst und somit macht man sich nicht überall Freunde. Auch das musste ich erfahren.
Es beeinflusst mich auf allen Ebenen positiv.
Welche Vorteile und Herausforderungen siehst du in der Zusammenarbeit mit AI im Vergleich zu traditionellen Musikmethoden?
Ich war schon immer musikbegeistert. Festes Genre? Nicht bei mir. Ich höre prinzipiell erstmal jede Art von Musik, bevor ich etwas ablehne. Ich folge keinen Trends und bewege mich meist fernab des klassischen Mainstreams. Wer meine Songs hört, wird schnell merken, dass der Großteil der Songs länger als 4 Minuten Aufmerksamkeit verlangt. Ein schneller Hook oder Richtlinien an 3:30 Min überlasse ich dem Mainstream. Ich sehe meine Songs nicht als schnelles Konsum-Produkt. Wer Songs mit Tiefe möchte, muss sich die Zeit für den Fall nehmen. Um zu verstehen, wie tief ein Song gehen kann.
Kannst du ein Beispiel nennen, bei dem die AI eine überraschende oder unerwartete musikalische Idee eingebracht hat?
Der Vorteil der KI ist unumstritten die Sounderstellung in einer rasanten Geschwindigkeit und das ermutigt mich sogar, eigene Melodien einzubringen. Ich nutze immer mehr eigene Möglichkeiten, um die KI weniger automatisiert arbeiten zu lassen. Die nächste Herausforderung wird sein, meine eigene Stimme mit einzubinden.
Eine unerwartete musikalische Idee kam tatsächlich unerwartet, als ich zu Halloween etwas Gruseliges kreiert habe und ich der KI unbewusst einen Prompt gegeben habe und sie mich tatsächlich mit einem Soundscape erschrecken konnte. Und organische Geräusche wie Naturgeräusche kann sie wiedergeben. Diese nutze ich gerne für Intros oder Zwischensequenzen.
Wie denkst du, wird AI die Musikindustrie in den nächsten zehn Jahren verändern?
Musik ist seit Jahren ein Massenprodukt geworden. Die Plattenfirmen haben selbst dafür gesorgt. Musik wird sich endlich verändern. Neue Sub-Genres werden entstehen. Jeder entscheidet, nicht mehr die Plattenfirma was morgen "In" ist. Die Musiker, die ein Instrument spielen oder Bands werden sich neu aufstellen müssen, Collabs mit anderen Bands gründen. Vor allem ihre Fans müssen aufhören, ihren Künstlern bei jeder Abweichung des Stils den Rücken zu kehren. Künstler werden mehr auf Nähe angewiesen sein. Das ist der große Vorteil der Bands jetzt. Ihre Präsenz. KI hat noch kein Gesicht. Somit werden nur die Live Auftritte den größten Unterschied machen.
Siehst du ethische Fragen oder Bedenken im Einsatz von AI in der Musik?
Nein. Die Musikindustrie hat den größten Schaden an der Musik angerichtet. Der Industrie verdanken wir es jetzt, dass Stücke wie "Die Zauberflöte", Musicals, der Gedanke, eine schöne Oper zu kreieren gar kein Gedanke mehr ist. Ein musikalisches Stück wie von Beethoven oder Bach wird es nie wieder geben. Texte werden immer provokanter anstatt gesellschaftsfähig. Oder mainstream-tauglich. Musik ist Massenware geworden und der Fließband-Arbeiter wurde von einer Maschine abgelöst. Hat es seit Jahrzehnten in allen Branchen gegeben. Niemand hat sich für Ethische Grundsätze interessiert.
Akzeptieren und neue Wege gehen. Anstatt Klagen.
Welche Tipps würdest du anderen Künstlern geben, die AI in ihre kreative Arbeit integrieren möchten?
Die KI ist ein Werkzeug. Ja sie kann mit einem Knopfdruck wie eine Waschmaschine deine Wäsche waschen. Aber sauber kann sie am Ende nur werden, wenn man das richtige Programm wählt und auf strukturierte Sortierung achtet. Und wie bei jedem guten Gericht, was man kocht. Entscheidet am Ende die eigene kreative Zutat zwischen "schmeckt" und "Wahnsinn"
Danke für das Interview, lieber Mario, vor allem der letzte Vergleich hat mir sehr gut gefallen :-) (ck)
Neugierig geworden? Mehr zum Künstler findet Ihr hier: https://kibeats.com/artist/141/the-stage-is-mine




