Tidal im Irrtum? Wenn der KI-Stempel zum Glücksspiel wird!
Tidal im Irrtum? Wenn der KI-Stempel zum Glücksspiel wird!
Seit Tagen jagt eine Pressemitteilung die nächste. Man hört das Flüstern von Freunden und Kollegen in den Weiten des Internets. Tidal tut es. Tidal sind die ersten! Tidal kennzeichnet KI-Veröffentlichungen.
Da als erstes mal meine Frage: Who the fuck is Tidal? Ich meine, ich kenne den Namen. Ein Streaminganbieter wie Spotify, Amazon Music oder Apple Music. Aber wer nutzt es?
Und jetzt das Spannende: Audiophile und Sound-Enthusiasten. Das Kernpublikum besteht zu großen Teilen aus Menschen, denen komprimierte MP3-Qualität oder Standard-Streams nicht reichen. Sie nutzen Tidal wegen der hochauflösenden Lossless-Formate (HiRes FLAC) und des klaren Sounds.
3 bis 5 Millionen zahlende Freaks, die sich aufregen, wenn hier etwas leicht rauscht oder dort etwas leise klirrt.
Hier schon mal mein Gedanke dazu: Diese 0,5 bis 0,6 % der Streamer weltweit will ich gar nicht bedienen. Punkt!
Sie sind auch nicht das typische Publikum für Musik die mit KI erstellt wird!
Denke zumindest ich!
Trotzdem bin ich neugierig gewesen und habe mal geschaut, was Tidal bei mir so anzeigt: Welcher Anteil meiner Songs ist eigentlich als KI eingestuft? Am Ende landen da schätzungsweise 10 bis 15 Prozent mit diesem Stempel.
Das Spannende daran ist die Realität hinter diesen Zahlen: Ich arbeite zwar mit digitalen Sound-Tools, aber bei den Texten und dem Konzept stammen mindestens 90 %, bei den allermeisten Tracks sogar volle 100 %, komplett von mir. Ich nutze Systeme wie ChatGPT rein als kreative Assistenten, die meine präzisen Anweisungen und Ideen exakt in die gewünschte Form bringen. Der Kopf, die Regie und die Vision dahinter sind und bleiben menschlich.
Wenn Algorithmen raten statt zu verstehen
Laut offizieller Richtlinie markiert Tidal explizit Musik, die vollständig (zu 100 %) durch generative künstliche Intelligenz erzeugt wurde. Doch die Realität sieht oft ganz anders aus.
Dass am Ende nur ein Bruchteil der Tracks diesen Stempel verpasst bekommt, zeigt, wie fehleranfällig und absurd die aktuellen Erkennungssysteme sind.
Besonders deutlich wird das bei direkten Vergleichen: Man hat drei Versionen desselben Songs – und plötzlich kriegt nur eine einzige Version das KI-Badge verpasst, während die anderen beiden exakt desselben Tracks komplett sauber bleiben.
Dass hier echter menschlicher Geist am Werk ist, zeigen schon die Inhalte selbst. Es gibt Texte mit derart direkten, vielschichtigen Anspielungen, die eine ungefilterte KI von sich aus niemals so aufbauen würde. Genauso wenig würde eine rein maschinell gesteuerte KI von sich aus komplexe, mehrsprachige Collagen erschaffen, in denen Latein, Französisch, Englisch und Deutsch in einer strikt durchdachten Dramaturgie nahtlos ineinandergreifen.
Tidal selbst gibt zwar an, vorerst nur vollständig generierte Tracks zu markieren, aber die Realität im Upload-Prozess wirkt wie ein reines Glücksspiel. Mal schlägt der Algorithmus bei einer Frequenz, einem Mixdown oder bestimmten Metadaten an, mal rauscht er komplett vorbei.
Am Ende stellt sich sowieso die Frage: Interessiert das eigentlich irgendjemanden da draußen?
Die ehrliche Antwort ist wohl: Die wenigsten.
Hörer scrollen durch, fühlen den Vibe oder eben nicht, ob da im Interface ein winziges Etikett leuchtet, ist für den Genuss völlig egal. Musik lebt von Emotionen, nicht von Backend-Metadaten.
Als Fazit – lasst euch den Spaß nicht nehmen!
Ted vom M6LabRec




