Wenn KI die Musik stiehlt: Identitätsmissbrauch im Streaming

Die Musikbranche sieht sich einer neuen Herausforderung gegenüber: Immer häufiger tauchen auf Streaming-Plattformen Songs auf, die nicht von den eigentlichen Künstlerinnen stammen, sondern von Künstlicher Intelligenz (KI) generiert und unter fremden Namen veröffentlicht werden. Dieses Phänomen des Identitätsmissbrauchs sorgt für Verunsicherung und finanzielle Schäden bei den echten Musikerinnen.

Wie funktioniert der Missbrauch?

Unbefugte Dritte nutzen KI-Tools, um Musikstücke zu erstellen, die den Stil bekannter Künstlerinnen imitieren. Diese KI-generierten Songs werden dann über die offiziellen Künstlerprofile auf Plattformen wie Spotify oder Apple Music hochgeladen – ohne Wissen oder Zustimmung der Betroffenen. So entsteht der falsche Eindruck, dass die Künstlerinnen selbst diese Musik veröffentlicht hätten.

Warum ist das problematisch?

Finanzieller Schaden: Streaming-Einnahmen fließen an Betrüger, nicht an die echten Künstler*innen.

Vertrauensverlust: Fans könnten enttäuscht sein, wenn sie statt echter Kunst KI-Musik hören.

Missbrauchspotenzial: Die Technik kann auch für die Verbreitung rassistischer oder extremistischer Inhalte missbraucht werden.

Wie reagieren die Plattformen?

Streaming-Dienste stehen vor der schwierigen Aufgabe, KI-generierte Fake-Musik zu erkennen und zu entfernen, ohne legitime Kreativität einzuschränken. Bisher gibt es kaum wirksame Lösungen, und die Branche sucht nach Wegen, um Künstler*innen zu schützen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Verbreitung von KI-Musik zeigt, wie sehr Technologie die Musiklandschaft verändert. Es braucht klare rechtliche Rahmenbedingungen und technische Innovationen, um Identitätsmissbrauch zu verhindern und faire Bedingungen für Kreative sicherzustellen. Man darf aber auch nicht vergessen, dass es bereits seit Jahrzehnten immer wieder Plagiatsklagen in der ganz "normalen" Musikbranche gab. Nur die Möglichkeiten dazu haben sich jetzt beschleunigt und leider auch vereinfacht. (ck)

 

Quelle: NDR Kultur, „Identitätsmissbrauch im Streaming: Immer mehr KI-Musik“, ndr.de, 10. März 2026.