DJ Chris Bee • Zero Gravity •
Rezession von:
DJ Chris Bee • Zero Gravity •
Ich muss gestehen, ich kannte einen der Tracks schon von Facebook. Umso neugieriger war ich auf das Mini-Album – die EP. Vor allem auch nach diesem Text:
„Immersive und hoch atmosphärische Tracks mit Gänsehautfaktor. Mach deinen Geist frei und tauche ein in eine musikalische Reise in die emotionalen Regionen deines Körpers.“
Okay, Geist ist frei… ich hoffe, ich finde den dann wieder – der haut schon mal ab. Aber was tut man nicht alles für die Kunst.
Es war wie erwartet. „Deepest Love“ beginnt mit sphärischen Klängen und ist sofort da. Eine wirklich schöne Stimme mit genau dem richtigen Timbre für den Sound. Etwas Hall, aber gut dosiert, und der leicht esoterisch angehauchte Electrosound hat dich sofort im Bann. Die Musik ruhig, harmonisch, mit wunderschönen gegenläufigen Harmoniebögen – und dazu diese Stimme. Mal als Lead, mal im Background: Der Song ist allein wegen der Stimme ein Erlebnis und viel zu schnell vorbei.
Mit „Unreal“ geht es weiter. Der Sound etwas erdiger, die Stimme fester – trotzdem ein Erlebnis. Diesmal übernehmen auch Percussions eine tragende Rolle, wo vorher Synthies dominiert haben. Alles gechillt und passend. Ein winziges Manko: Am Ende hatte ich das Gefühl, der Song wurde zu früh abgeschnitten – da gehört noch eine Millisekunde dran. Aber gut, den Moment nutze ich, um zu atmen.
„Breathe“ erinnert einen Gott sei Dank daran. Das Ganze hier wieder etwas sphärischer von der Stimmung – Synths mit viel Hall bauen einen Dom heller Töne, in dem eine Stimme zu schweben scheint. Schließ die Augen und lass dich darauf ein. Ein schönes Erlebnis. Atme tief – durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus…
Hey, hey… nicht schlafen! Ich hab noch was zu erzählen und nicht bis in alle Ewigkeit Zeit.
3-2-1 – und „Eternity“ startet. Ein leises Klavier begleitet eine tolle Stimme auf ihrem Weg. Chris Bee versteht es, Stimmen zu kreieren, die beeindrucken. Mit seinem Umgang mit Hall und Reverb entsteht ein Sound, der schon besonders ist. „Take my hand and follow me…“ – gerne in solche Sound-Collagen. Wunderschön der Break mit der geflüsterten – und doch so lauten – Stimme. Guter Effekt.
Ich weiß nicht, ob ich bereit bin für „Levitation“, aber wenn nicht jetzt, wann dann? Der Song setzt das fort, was „Eternity“ begonnen hat. Die Mischung der Songs ist auch toll. Alle haben diese Aura des Esoterischen – mal mehr, mal weniger – eine Balance, die nicht leicht zu finden ist, um den Hörer zu fesseln.
„Gravity“ ist dann nochmal so ein Thema: Herzschlagrhythmus, eine unschuldige Stimme – und sie spinnt einen Soundkäfig um dich. Es gibt wenig, was ich in letzter Zeit gehört habe, das für mich persönlich so stimmig war. Auch wenn „Gravity“ so minimale Momente hat, ins Kommerzielle zu kippen – es sind die leisen Passagen, die den Song immer wieder zurückholen. Ein würdiger Abschluss!
Was ist „Zero Gravity“? Ein elektronisches Album mit esoterischem Anstrich. Fast möchte ich es modernen Trip-Hop nennen – aber ohne die traurige, schwermütige Melancholie, die diese Songs oft haben. Wirklich Musik zum Träumen. Wer sagt, KI-Musik kann nicht berühren, sollte hier mal reinhören!
Ich bin auf weitere Sachen sehr gespannt.
Hinweis:
Diese Rezension ist meine persönliche Meinung und kein Maßstab für Können des Künstlers oder die Qualität der Stücke.
Überzeugt euch selbst – und sagt mir:
Was ist euer Lieblingstrack? 🎧🔥




