OnPlug Artist Interview: Leif
Er ist der Herrscher der dunklen Klänge, liebt Vampire und mittelalterliche Bräuche... Seine Songs laufen regelmäßig in unserer Sendung "Midnight Stalker" .... nun ja - es war nicht ganz einfach, seinen Sarg zu finden, um ihm endlich auch unsere Fragen zu stellen. Aber wir haben es geschafft!
Wer bist du und wie bist du auf die Idee gekommen, AI in deine Musikproduktion einzubinden?
Ich bin "Leif" und betreibe einen YouTube-Kanal für KI-gestützte Musik.
Gleichzeitig bin ich "Label - Artist- Manager"
Bei KiBeats Reccords. Mein Schwerpunkt liegt auf Metal, Rock, Hardcore Techno, Fantasy, historischen Themen und Konzeptprojekten.
Zur KI-Musik bin ich ursprünglich aus Neugier gekommen. Mich faszinierte die Möglichkeit, Ideen und Geschichten musikalisch umzusetzen, die ich mit klassischen Mitteln nie hätte realisieren können. Was als Experiment begann, entwickelte sich schnell zu einem kreativen Langzeitprojekt mit Hunderten veröffentlichten Songs.
Wie beeinflusst die AI deine musikalische Identität und deinen persönlichen Stil?
Die KI ersetzt meine musikalische Identität nicht – sie erweitert sie.
Die Themen, Geschichten, Texte, Konzepte und kreativen Entscheidungen stammen weiterhin von mir. Die KI ist für mich eher ein Instrument als ein Ersatz für Kreativität. Mit der Zeit habe ich einen eigenen Stil entwickelt, der sich durch Fantasy, dunkle Balladen, historische Stoffe und epische Erzählungen auszeichnet.
Wie reagieren deine Fans auf die Kombination aus menschlicher und künstlicher Kreativität?
Die meisten reagieren sehr positiv darauf.
Viele Zuschauer kommen ursprünglich wegen eines bestimmten Songs oder Genres und bleiben wegen der Geschichten, der Atmosphäre und der Regelmäßigkeit der Veröffentlichungen. Für die meisten spielt weniger die Frage eine Rolle, ob KI verwendet wurde, sondern ob das Ergebnis emotional funktioniert.
Man könnte auch sagen, dass die Leute nicht immer mögen was ich mache, sondern wie ich es mache.
Welche Vorteile und Herausforderungen siehst du in der Zusammenarbeit mit AI im Vergleich zu traditionellen Musikmethoden?
Der größte Vorteil ist die kreative Freiheit. Ideen können sehr schnell umgesetzt und ausprobiert werden. Dadurch entstehen Projekte, die für Einzelpersonen sonst kaum realisierbar wären.
Die größte Herausforderung besteht darin, gute Ergebnisse zu erhalten. KI nimmt einem kreative Entscheidungen nicht ab. Man muss lernen, präzise zu formulieren, kritisch auszuwählen und viele Ergebnisse zu verwerfen. Gute KI-Musik entsteht nicht durch einen einzelnen Knopfdruck.
Kannst du ein Beispiel nennen, bei dem die AI eine überraschende oder unerwartete musikalische Idee eingebracht hat?
Ja, mehrfach.
Oft entstehen interessante Melodien, Harmonien oder Stimmführungen, die ich selbst nicht geplant hätte. Gerade bei Fantasy- und Symphonic-Metal-Projekten gab es Momente, in denen die KI musikalische Wendungen erzeugte, die perfekt zur Geschichte passten, obwohl sie ursprünglich nicht vorgesehen waren.
Wie denkst du, wird AI die Musikindustrie in den nächsten zehn Jahren verändern?
Ich glaube, KI wird ein fester Bestandteil der Musikproduktion werden – ähnlich wie digitale Audio-Workstations, virtuelle Instrumente oder moderne Produktionssoftware.
Sie wird klassische Musiker nicht ersetzen, aber die Zahl der Menschen erhöhen, die eigene musikalische Ideen umsetzen können. Gleichzeitig werden Authentizität, Persönlichkeit und kreative Konzepte noch wichtiger werden.
Siehst du ethische Fragen oder Bedenken im Einsatz von AI in der Musik?
Ja.
Transparenz ist wichtig. Zuhörer sollten wissen dürfen, wie Musik entstanden ist. Außerdem müssen Urheberrechte und die Arbeit menschlicher Künstler respektiert werden.
Für mich sollte KI Kreativität unterstützen und nicht dazu dienen, andere Künstler zu kopieren oder ihre Arbeit auszunutzen.
Welche Tipps würdest du anderen Künstlern geben, die AI in ihre kreative Arbeit integrieren möchten?
Betrachtet KI als Werkzeug und nicht als Ersatz für Kreativität.
Entwickelt eigene Ideen, eigene Geschichten und euren eigenen Stil. Lernt zu experimentieren, Fehler zuzulassen und Ergebnisse kritisch zu bewerten.
Die spannendsten Projekte entstehen meiner Erfahrung nach dort, wo menschliche Kreativität und KI zusammenarbeiten – nicht dort, wo eine der beiden Seiten allein arbeitet.
Danke für das nette Interview. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg - in der Musik und auf der nächtlichen Jagd! (ck)
Mehr musikalische Darbietungen von Leif findet Ihr übrigens hier: https://kibeats.net/music/artist/leif




