KI erobert Live-Geschäft: Warum datengetriebene Tourplanung die Konzertbranche verändern könnte
Künstliche Intelligenz verändert die Musikbranche längst nicht mehr nur im Studio. Während in den vergangenen Jahren vor allem KI-generierte Songs, intelligente Produktionswerkzeuge und automatisiertes Mastering im Mittelpunkt standen, erreicht die Entwicklung nun einen weiteren wichtigen Bereich: das Live-Geschäft.
Das Unternehmen Gotobeat hat angekündigt, sein KI-gestütztes Geschäftsmodell auf Arena-Shows auszuweiten. Statt Tourneen hauptsächlich nach Erfahrung oder Bauchgefühl zu planen, setzt das Unternehmen auf Datenanalysen und KI-Modelle. Diese sollen unter anderem helfen, die richtigen Städte, passende Veranstaltungsorte, optimale Termine und eine sinnvolle Preisgestaltung zu bestimmen.
Daten statt Bauchgefühl
Die Organisation einer Tour ist mit hohen finanziellen Risiken verbunden. Falsch gewählte Städte oder zu große Hallen können schnell zu Verlusten führen. KI-Systeme versprechen hier präzisere Prognosen, indem sie große Datenmengen auswerten – beispielsweise Ticketverkäufe, Streamingzahlen, Social-Media-Aktivitäten oder regionale Fan-Interessen.
Ziel ist es, Entscheidungen stärker auf messbare Nachfrage zu stützen und wirtschaftliche Risiken zu reduzieren.
Chancen für unabhängige Künstler
Gerade für Independent-Künstler könnte diese Entwicklung interessant werden. Wenn KI dabei hilft, realistische Besucherzahlen vorherzusagen oder geeignete Märkte zu identifizieren, könnten Tourneen künftig gezielter und effizienter geplant werden. Das würde nicht nur Kosten senken, sondern möglicherweise auch kleineren Acts den Zugang zu Live-Auftritten erleichtern.
KI verändert die gesamte Wertschöpfungskette
Die Entwicklung zeigt einen klaren Trend: KI beeinflusst inzwischen nahezu alle Bereiche der Musikindustrie. Damit entwickelt sich KI zunehmend vom kreativen Werkzeug zur strategischen Entscheidungsgrundlage für Labels, Veranstalter und Künstler.
Ein Blick in die Zukunft
Ob KI langfristig bessere Tourneen plant als erfahrene Booker, wird sich erst noch zeigen. Klar ist jedoch: Wer heute über den Einfluss von KI auf die Musikbranche spricht, sollte nicht nur an Songs oder virtuelle Künstler denken. Auch hinter den Kulissen verändert sich die Branche rasant.
Die Ausweitung KI-gestützter Tourplanung auf große Arena-Shows ist ein weiteres Signal dafür, dass datenbasierte Entscheidungen künftig eine immer wichtigere Rolle im Live-Musikgeschäft spielen werden. Für Künstler, Veranstalter und Musikunternehmen lohnt es sich daher, diese Entwicklung aufmerksam zu verfolgen – denn die nächste große Innovation könnte nicht auf der Bühne entstehen, sondern bereits bei der Planung der Tour. (ck)




