Rezension zum Konzeptalbum. WESTERMOOD – Metamorphic Music Konzept oder wann wird Marke zu viel?
Rezension zum Konzeptalbum. WESTERMOOD – Metamorphic Music
Konzept oder wann wird Marke zu viel?
Lassen wir doch erst den Künstler/Produzenten selbst zu Wort kommen.
Westermood selbst erklärt das Album so:
WESTERMOOD – Metamorphic Music
Ein KI-Kompositionsmodell auf Basis einer musikalischen DNA
"Hallo zusammen,
ich möchte euch mein neues Konzeptalbum „Metamorphic Music“ vorstellen.
Es ist zugleich der erste vollständige Versuch eines Kompositionsmodells, bei dem nicht jeder Song neu beginnt.
Ausgangspunkt des gesamten Albums ist das Westermood Audio Logo. Dieses kurze Motiv dient als musikalische DNA, aus der alle Stücke entstehen. Die DNA wird dabei nicht einfach wiederholt, sondern verändert ihre Funktion, Form, Harmonik, Rhythmik und Instrumentierung.
So entwickelt sie sich durch unterschiedliche Klangwelten wie Cinematic, Conscious Rap, Gospel, Experimental, Jazz Fusion, Rock, Reggae Fusion und Progressive House. Die Genres sind dabei keine getrennten Blöcke, sondern verschiedene Erscheinungsformen derselben Identität.
Für mich sind die Titel deshalb weniger einzelne Songs als unterschiedliche Entwicklungsstufen eines musikalischen Organismus."
One Musical DNA. Infinite Forms. One Identity.
——-
Soweit seine Beschreibung!
Wir lassen das mal so stehen!
Ein Konzeptalbum von Westermood!
Ich bin mir nicht sicher, wie ich dieses Gesamtprojekt einordnen soll.
Erstmal: Westermood gehört für mich zu denjenigen, die hier sehr hochwertigen Content erstellen.
Die Songs sind sauber produziert und handwerklich stark. Gleichzeitig entsteht bei mir der Eindruck, dass die eigene Marke und Wiedererkennbarkeit sehr stark im Mittelpunkt stehen.
Westermood setzt sehr konsequent auf Präsenz, Wiedererkennung und Selbstinszenierung. Seine Veröffentlichungen, Begleitformate und Community Aktivitäten erzeugen eine starke Marke rund um die eigene Person und das eigene Projekt. Für manche ist genau diese Sichtbarkeit ein Erfolgsfaktor, auf mich wirkt sie teilweise stärker als die eigentliche musikalische Idee.
Jetzt hat er ein Konzeptalbum produziert mit einer Theorie, über die ich schon mit ihm diskutiert habe.
Er erklärt sie wirklich toll im ersten Track – man kann auch im „Wild“, dem Westerwood-Fachmagazin für KI, darüber in der Ausgabe x/26 einen Artikel nachlesen, wenn man der Westermood-WhatsApp-Gruppe beitritt.
So, back to the basics!
Hier ist Ted von M6LabRec, und wir tun das, was wir am besten können: Wir hören uns an, was Westermood (ab jetzt WM) hier „predigt“.
Hier gleich der kostenlose Link zum Album
Wir hören rein:
Track 00 – Prolog
Wie gesagt, die Beschreibung, um was es hier geht und was er (glaubt) neu entdeckt zu haben: KI-DNA – Songentwicklung durch Metamorphose. Das wird hier erklärt! Ansonsten gibt es noch eine 13-seitige wissenschaftliche Abhandlung darüber, falls man mehr einsteigen will – kann man bekommen. Aber… Musik…
Ein ruhiges Klassikstück, getragen von einem Piano und einer Stimme, die das Ganze auf Englisch erklärt!
Was will man dazu sagen? Die Musik (Neoklassik) passt. Die Stimme ist okay!
Track 01 – Intro
Nein – keine Verbindungsprobleme, keine springende Nadel 🧷 – das ist das Intro, aus dem sich alles entwickeln soll!
Wichtig: Auch hier kommt der Name 5–6 mal vor, ansonsten… ja!
Ihr seht mich verwirrt. Ich bin es gewohnt, mit Vinyl zu arbeiten, und so, wie das Intro klingt…
Ja, ganz klar, entweder ist die Nadel total verstaubt oder der Tonabnehmer im Arsch!
Es klingt, als würde eine Nadel über eine Seite einer LP „rauschen“ und immer nur Soundschnipsel und WM-Sekundenbruchteile lang anspielen!
Das „Stück“ dauert ca. 20 Sekunden?
Lassen wir das mal so stehen.
Track 02 – The First Form
Klavier und eine nahe Männerstimme sind wieder im Neoklassik-Bereich unterwegs, durchaus mit schönen Klavierpassagen.
Der Track ist eigentlich nicht mehr als eine Fortsetzung der Einleitung – mit vielen Westermood-Einspielern, ansonsten gutem Gesang und einer schönen Steigerung ins Cinematische, pompös dann mit einer Sängerin, die echte Kraft entwickelt.
Wirklich gut gemacht! Aber das kann er ja!
Track 03 – Recombination
Klavier, und wir sind in einem Jazz-Club der 1920er/30er Jahre. Die Stimmen bleiben gleich! Schöne Harmonien – natürlich wieder viel „Westermood“, und der Song beschreibt, dass er wieder das Gleiche ist wie…
Er hat einen schönen Groove, das Rhodes ist toll, die Trumpet-Stacks kommen gut.
Hab ich erwähnt, dass ungefähr jedes 20. Wort Westermood ist?
Die weibliche Stimme gefällt mir hinten raus sehr. Nettes Prompting!
Yo!
Track 04 – Concrete Dream
Beginnt im Stil der 50er mit Klavier 🎹, aber eindeutig mit einer schwarzen Männerstimme, und dann ist klar: French Rap – Violinen, die leider nicht klar definiert sind, und ein Rapper, der im Chor etwas untergeht. Was ich erwähnen muss: „Westermood“ wird regelmäßig erwähnt.
Nett – die anderen Sachen waren besser – hier fehlt der Stimme die Aggressivität, gerade mit dem Chor rauscht er zu viel!
Ach ja, und das Masterpiece!?! Das gern und ständig erwähnt wird! Das kommt noch?
Bisher der schwächste Track meiner Meinung nach.
Track 05 – Roots in Motion
Wieder Brass und etwas mehr Rhythmus. Klar, Reggae-Vibes. Übrigens von Westermood.
E-Gitarre, Posaune und typische Reggaeklänge – ja, was sollen sie?
Die E-Gitarre dominiert hier etwas und lässt nicht wirklich Feeling aufkommen!
Sehr unentschlossen, der Sound – was ihm nicht gut tut!
Das war… ohne Wertung!
Track 06 – Amplified Instinct
Klingt nach 80ern – Rock-Ballade im Stil von John Farnham! Männerstimme mit typischem 80er-Vibe! Schöner Build-up im Refrain – ach, und Westernmood hört ihr auch ganz oft. Typisches 80er-Gitarrensolo, das er die KI da generieren lässt, mit viel Luft. Steht man auf den Sound, nicht schlecht – nur bei seinen Textideen, sorry, ich kann’s NICHT mehr hören: Westermood!
Track 07 – Polyphonic Expressions
Chor klingt cinematisch – aber es kommt Gitarre und härterer Rhythmus! Klingt wieder sehr nach den 80ern – ah, Rockoper. Sound wie Meat Loaf – ich glaube, der hat nie in einem seiner Songs seinen Namen erwähnt!
Hat auch mit Chor bei weitem nicht die Dynamik und Power wie wirklich gute Stücke in dem Genre!
Was hängen bleibt: "One Sound! Westermood."
Track 08 – Beyond Gravity
Etwas ruhiger – Streicher und das Klavierthema vom Anfang.
Schöner Neoklassik-Song mit Schwerpunkt auf Streichern, bei dem Dynamik und Tempo schön wechseln – etwas viel Hall, gerade dann mit dem sphärischen Chor. Trotzdem eine sehr ansprechende Nummer und tatsächlich: Ich glaube, kein einziges Mal Westermood gehört!
Applaus! Der Song hat was, aber er tut das, was man halt bei guten Instrumentalstücken tut: Er ändert tragende Instrumente und wechselt Tempi und Rhythmus. Nichts neu erfunden.
Allein weil hier kein einziges Mal „direkt“ der Name Westermood fällt, einer der Sieger!
Track 09 – Convergence
Piano leise – eine E-Gitarre und, ach schau, Westermood! Schön!
Ja – dann eine Stimme und… Gut – ich hab's gelernt: Westermood und E-Gitarre und das typische 80er-Klavier scheinen hier bestimmend zu sein.
Zum Song! Harmlos!
Sorry – ich bin froh, dass es vorbei ist!
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Das ganze ist sehr, sehr durchwachsen um es nett auszudrücken.
Nach der Ankündigung einer musikalischen DNA und einer Metamorphose der Klangentwicklung hatte ich ehrlich gesagt etwas Experimentelleres und Überraschenderes erwartet.
Das war eine Westermood Dauerwerbesendung!
Nochmal zum Einstieg und zur Beschreibung von Westermood himself zum Album!
Zitat: Ausgangspunkt des gesamten Albums ist das Westermood Audio Logo. Dieses kurze Motiv dient als musikalische DNA, aus der alle Stücke entstehen. Die DNA wird dabei nicht einfach wiederholt, sondern verändert ihre Funktion, Form, Harmonik, Rhythmik und Instrumentierung.
Hier ein Zitat meiner Rezession dazu noch einmal:
Track 1 Intro:
Auch hier kommt der Name 5–6 mal vor, ansonsten… ja!
Es klingt, als würde eine Nadel über eine Seite einer LP „rauschen“ und immer nur Soundschnipsel und WM-Sekundenbruchteile lang anspielen!
Das „Stück“ dauert ca. 20 Sekunden?
Im Intro werden die verschiedenen Stücke ja „zusammengeschnitten“ – was übrigens nur über eine DAW möglich ist und nichts mit der KI zu tun hat.
Wenn ich ein Westermood-Audio-Logo habe, das aus verschiedenen Soundschnipseln besteht, kann ich auch daraus dementsprechend Songs bauen.
Oder falls du (WM) das sphärische Westermood-Soundlogo meinst: Das geht soundmäßig unter, und nur der etwas prägnantere Westermood-Sprachteil bleibt erhalten.
Jingles, wie man „Soundlogos“ früher nannte, gibt es übrigens schon seit den 1920er-Jahren im Radio. Auch sollte kein Künstler es nötig haben, ein Soundlogo zu verwenden!
Gerade wenn das Branding die Musik derart überlagert.
Ein Soundlogo kann funktionieren. Bei Cosmic Baby im Trance-Bereich der 90er empfand ich es als stimmiges Stilmittel, das sich in die musikalische Welt einfügte. Bei Westermood hingegen wird das Audio-Logo für mich zum Mittelpunkt des Konzepts und taucht so häufig auf, dass es die Musik eher überlagert als bereichert.
Im Hip-Hop/Rap gehören Producer-Tags und MC-Namensnennungen zur Kultur des Genres. Sie erfüllen eine andere Funktion und sind Teil der Ästhetik.
In Techno, Pop, Rock, Schlager, oder Singer-Songwriter-Musik entsteht Wiedererkennbarkeit normalerweise durch musikalische Merkmale.
Wenn Stimme, Song-writing, Arrangement oder Instrumentierung nicht ausreichen, um Wiedererkennbarkeit zu schaffen, löst ein ständig wiederholtes Audio-Logo dieses Problem für mich nicht.
Aber das ist meine bescheidene Meinung.
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Fazit:
Ein Satz sagt es:
„Every Roll was always mine“ – Westermood
Wenn das das Ergebnis der propagierten KI-DNA und Metamorphose ist, dann ist der Ansatz für mich falsch!
Sorry!
Ich weiß, Westermood will/hat kommerziellen Erfolg, deswegen betreibt er meiner Meinung nach auch diese Konsequente Strategie aus extremen Fan-Kinding und Audience Farming – alles völlig legitime Werkzeuge moderner Künstlerkommunikation, die aber auf manche auch überpräsent wirken können.
Dieses Album und die begleitende Theorie gehören für mich stärker in den Bereich der Markeninszenierung als in den Bereich einer musikalischen Innovation.
Ist es nötig? Ich weiß nicht!
Für mich hat das Album keinen erkennbaren Mehrwert! Der Hinweis Dauerwerbesendung wäre hilfreicher als der Hinweis Konzeptalbum.
Aber letztendlich muss der Macher das selbst wissen.
Vielleicht ist das Album auch seiner Zeit voraus und ich gehöre zu denen die - wie der Nokia Manager zum iPhone gesagt hat „Nischenprodukt“!
Momentan ist das aber meine Meinung zu der Richtung!
Mächtig ist das Wort und der, der damit umgehen kann. Beherrscht er moderne Medien und versteht die Dynamik dahinter, wird er Erfolg haben.
So gesehen werden wir noch einiges von Westermood zu hören bekommen.
Sicher auch viel Vernünftiges und Gutes, weil er kann’s – glaub ich.
Ich muss sagen: Ich lass es in nächster Zeit – so besonders, dass ich jedes seiner Stücke hören muss, ist er nicht, weil es auch nicht mein Genre-Bereich ist.
Was aus der DNA-Sache und der Metamorphose noch wird, bin ich aber gespannt! Ich habe ja mit einem Freund eine ähnliche These aufgestellt, die sich *regenerative KI in der Musikproduktion* nennt. Dazu gibts bei Onplug nen Blogeintrag! Lest nach und bildet euch !🫣😂
Der komplette Text hier gibt einzig und allein meine Meinung wieder.
Ted von M6LabRec
Hinweis:
Westernmood hat sich in den Kommentaren ausführlich zu dieser Rezension geäußert und seinen Ansatz sowie die Hintergründe des Projekts näher erläutert. Wer sich ein umfassenderes Bild machen möchte, sollte seine Stellungnahme ebenfalls lesen. Sie ergänzt die Diskussion um die Sicht des Künstlers und unterstreicht seine Intention hinter Metamorphic Music.
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Ein Hinweis noch: Wir greifen niemanden persönlich an. Wir hören genau hin, setzen uns mit den Werken auseinander und betrachten sie aus unserem eigenen Blickwinkel. Diese Sichtweise teilen wir in unseren Blogbeiträgen – als persönliche Meinung und Einladung zur Diskussion.
Kritik und andere Perspektiven sind dabei ausdrücklich willkommen. Jeder darf unsere Beiträge hinterfragen, ergänzen oder auch widersprechen.
Gerne lese ich eure Kommentare und Einwürfe!
Bildnachweis:
Albumcover © Westernmood. Das Cover wird im Rahmen dieser Rezension als Bildzitat verwendet.
Transparenzhinweis:
M6LabRec steht in keiner geschäftlichen oder redaktionellen Beziehung zu Onplug, KiBeats oder Westernmood. Wir nutzen KiBeats lediglich als Veröffentlichungsplattform. Alle in diesem Beitrag geäußerten Einschätzungen und Bewertungen geben ausschließlich die persönliche Meinung des jeweils genannten Autors wieder.




