TIDAL verschärft KI-Regeln: Keine Tantiemen mehr für vollständig KI-generierte Musik

TIDAL geht beim Umgang mit künstlicher Intelligenz einen deutlich strengeren Weg als viele andere Streamingdienste. Mit einer neuen KI-Richtlinie kennzeichnet die Plattform künftig vollständig KI-generierte Musik, schließt sie von der Monetarisierung aus und geht konsequent gegen KI-Inhalte vor, die Künstler imitieren oder für Betrug genutzt werden.

Die neuen Regeln gelten seit 15. Juli und sollen mehr Transparenz für Hörer sowie besseren Schutz für Künstler schaffen.

Die wichtigsten Änderungen

Nach der neuen AI Policy wird TIDAL:

*vollständig KI-generierte Musik mit einem "AI"-Badge kennzeichnen

*keine Tantiemen für 100 % KI-generierte Songs auszahlen

*diese Veröffentlichungen auch von Direct-to-Fan-Verkäufen ausschließen

*KI-Musik entfernen, die Künstler imitiert oder für betrügerische Zwecke eingesetzt wird

Außerdem kündigt TIDAL an, die Regeln künftig auch auf Musik auszuweiten, die überwiegend mit KI erstellt wurde – sobald die Erkennungstechnologie ausreichend zuverlässig arbeitet.

Signal an die Musikbranche

Mit diesem Schritt positioniert sich TIDAL klar auf der Seite von Künstlern und Rechteinhabern. Während viele Plattformen noch darüber diskutieren, wie KI-Musik behandelt werden soll, schafft TIDAL bereits konkrete Standards für Transparenz und Vergütung.

Die Entscheidung dürfte auch den Druck auf andere Streamingdienste erhöhen, eigene Richtlinien für KI-generierte Inhalte zu entwickeln.

Zukunftsausblick

Ob sich TIDALs Kurs als neuer Branchenstandard etabliert, bleibt abzuwarten. Der Druck auf Streamingdienste wächst jedoch: RechteinhAIaber fordern mehr Transparenz beim Einsatz künstlicher Intelligenz, während Hörer zunehmend wissen möchten, ob ein Song von Menschen oder Maschinen geschaffen wurde.

Auch Branchenriesen wie Spotify, Apple Music oder YouTube Music dürften sich dieser Entwicklung auf Dauer nicht entziehen können. Wahrscheinlich ist, dass künftig einheitliche Standards für die Kennzeichnung KI-generierter Musik, den Umgang mit Stimmenklonen und die Vergütung entsprechender Inhalte entstehen.

 

Fest steht: Die Diskussion dreht sich längst nicht mehr darum, ob KI zur Musikproduktion eingesetzt wird, sondern unter welchen Regeln. Mit seiner neuen AI Policy liefert TIDAL einen ersten konkreten Vorschlag – und könnte damit den Maßstab für die nächste Generation des Musikstreamings setzen. (ck)

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