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Goldman Sachs sieht die Zukunft des Musikgeschäfts im direkten Verkauf an Fans

Streaming allein reicht nicht mehr: Goldman Sachs sieht im Direct-to-Consumer-Modell (D2C) einen der wichtigsten Wachstumstreiber der Musikindustrie. Künstler sollen ihre Fans stärker direkt ansprechen – und Musik, exklusive Inhalte sowie besondere Erlebnisse selbst vermarkten.

Die Musikindustrie steht vor einem strategischen Wandel: Statt ausschließlich auf Streaming-Abos und Playlists zu setzen, rückt der direkte Verkauf an Fans zunehmend in den Mittelpunkt. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Branchenreport „Music in the Air“ von Goldman Sachs, der insbesondere das Potenzial von Direct-to-Consumer-Angeboten (D2C) hervorhebt.

Laut dem Bericht können Künstler durch exklusive digitale Albumversionen, limitierte Veröffentlichungen und besondere Fan-Angebote zusätzliche Einnahmen erzielen, ohne dass dadurch ihre Streamingzahlen zwangsläufig zurückgehen.

Ein entscheidender Faktor ist die Zahlungsbereitschaft besonders engagierter Fans. Fast die Hälfte der Käufer entsprechender Angebote zahlt laut dem im Bericht diskutierten Modell freiwillig mehr als den vom Künstler festgelegten Mindestpreis.

Auch die Möglichkeit, eine direkte Beziehung zur eigenen Fanbase aufzubauen, gewinnt an Bedeutung. Wer Musik direkt verkauft, erhält nicht nur zusätzliche Erlöse, sondern kann wertvolle Kundendaten nutzen und Fans langfristig für Merchandise, Vinyl, Konzerttickets und weitere Angebote gewinnen.

Als Beispiel wird unter anderem J. Cole genannt: Rund 600.000 Fans registrierten sich über seine Website für einen exklusiven Zugang zum Ticketvorverkauf seiner Tournee. Berichten zufolge wurden anschließend mehr als 800.000 Tickets verkauft.

Goldman Sachs sieht im digitalen Direktvertrieb einen Markt, der in den kommenden Jahren deutlich wachsen könnte. Der Beitrag von Mag Rodriguez, Gründer der Fan-Commerce-Plattform EVEN, geht sogar davon aus, dass die bisherigen Prognosen das tatsächliche Potenzial unterschätzen.

Die Botschaft für das Musikbusiness ist klar: Streaming bleibt wichtig, aber die wirtschaftliche Zukunft erfolgreicher Künstler könnte zunehmend darin liegen, ihre Fans direkt zu erreichen – und ihnen mehr als nur Musik zum Anhören anzubieten. (MBW)
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